Vor einer Woche fand in San Francisco die NTEN’s Nonprofit Technology Conference 2009 statt. Zwar liegt San Francisco nicht gerade um die Ecke, man konnte die Konferenz aber über Twitter, Flickr, Live Streaming und Live Blogging verfolgen. Zudem gab es eine Reihe von Webinars.
In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse der einzelnen Veranstaltungen auf dem Blog des Nonprofit Technology Networks (NTEN) zusammengefasst. Im Umfeld der Konferenz sind zudem jetzt ein Buch und drei interessante Studien zum Thema Nonprofit-Organisationen und Social Media erschienen.
Das Buch Managing Technology
Das Nonprofit Technology Network hat ein Buch gemacht, das kurz vor der Konferenz erschienen ist. Titel des Buchs: Managing Technology To Meet Your Mission. A Strategic Guide For Nonprofit Leaders. Die elf Kapitel enthalten auf 320 Seiten eine Fülle von praktischen Ratschlägen zum Einsatz neuer Informationstechnologien in Nonprofit-Organisationen. Zum Buch wurde im Netz ein Wiki eingerichtet. In Deutschland kostet das Buch um die 30 Euro.
Die Website-Studie
Bei Nonprofit-Organisationen und Wohlfahrtsverbänden gibt es Nachholbedarf in Sachen Informationstechnologien. Das zeigt bereits ein Blick auf die Websites. Websites bieten eine Menge Möglichkeiten, Menschen zu mobilisieren. Vorausgesetzt man nutzt sie.
Die zur NTEN-Konferenz erschienene Website-Studie Trends in Constituent Satisfaction with Nonprofit Websites: Building Membership, Donations, and Loyalty through the Web Channel legt das Gegenteil nahe: Auf einer Zufriedenheitsskala erreichen Websites im Nonprofit-Sektor gerade mal 73 Punkte. Zum Vergleich: Seiten fürs Online-Banking werden im Durchschnitt mit 83 Punkten bewertet.
Eine hohe Zufriedenheit (mindestens 80 Punkte) ist Voraussetzung dafür, dass über eine Website mehr Spenden generiert, mehr Freiwillige mobilisiert und das eigene Image aktiv gestaltet werden können. Die Bereitschaft von Besuchern, die sich mit einer Website hoch zufrieden zeigen, ist
- um 49 Prozent höher, zu spenden
- um 38 Prozent höher, sich freiwillig zu engagieren
- um 57 Prozent höher, einen positiven Gesamteindruck zu gewinnen
- um 65 Prozent höher, die Seite weiter zu empfehehlen
- um 55 Prozent höher, die Seite wieder zu besuchen
US-amerikanische NPO schöpfen dieses Potenzial zurzeit nicht aus. Und es spricht viel dafür, dass die Websites deutscher NPO bei einem Vergleich noch schlechter abschneiden würden.
Die Social Networking Studie
Zusammen mit Common Knowledge und The Port hat NTEN den Nonprofit Social Network Survey Report veröffentlicht. Zwischen Februar und April dieses Jahres wurden 929 US-amerikanische Nonprofit- Organisationen zur Nutzung von Social Media befragt.
Fast dreiviertel der befragten NPO (74,1%) sind auf Facebook präsent. Facebook ist damit in Bezug auf NPO in den USA das größte kommerzielle soziale Netzwerk.
Im Durchschnitt haben die Facebook-Gruppen der NPO 5.391 Mitglieder, was vergleichsweise wenig ist. Bereits 39,1 Prozent der NPO konnten über Facebook Spenden generieren, 29,1 Prozent allerdings weniger als 500 US-Dollar in den letzten 12 Monaten.
24,6 Prozent der auf Facebook vertretenen Gruppen sind seit weniger als drei Monate dort präsent. Nur 6,2 Prozent sind bereits länger als 24 Monate auf Facebook. Noch größer ist die Dynamik bei Twitter: 59,1 Prozent der bei Twitter angemeldeten NPO twittern erst ein bis drei Monate, nur 21,5 Prozent länger als sechs Monate.
NPO entdecken zurzeit Social Media für sich. 86,2 Prozent der befragten NPO in den USA sind zumindest in einem kommerziellen sozialen Netzwerk präsent. Allerdings halten immer noch 30,6 Prozent an hauseigenen Netzwerk-Plattformen fest. Dabei tut sich einiges auf den kommerziellen Netzwerken in Sachen Gemeinnützigkeit.
Zum Beispiel Youtube. Youtube hat im September 2007 ein spezielles Programm für NPO gestartet. Zurzeit ist das Nonprofit-Programm nur für die USA und Großbritannien verfügbar. Informationen und Tipps für das Einrichten eines Nonprofit-Kanals gibt es aber auch auf Deutsch. Ein anderes Beispiel ist Googles Grants-Programm mit kostenlosen Werbemöglichkeiten für gemeinnützige Organisationen.
Broschüre Social Networks for Nonprofits
Warum sollten NPO Social Media nutzen? Wie funktioniert Networking im Online-Ökosystem? Und mit welchen Strategien können NPO welche Zielgruppen im Netz erreichen? Diese und andere Fragen beantwortet die parallel zur Social Networking Studie erschienene Broschüre Social Networks for Nonprofits. Why You Should Grow Your Own.
Die Autoren Joel Bush und Jeff Patrick, Gründer und Präsident von Common Knowledge, fassen ihre Perspektive für die nächsten Jahre zusammen:
Over the next five years, social networking will permeate all facets of the nonprofit online landscape. Web sites will be social networking-enabled, new types of specialty communities will emerge, and online dialogue among your community and with your organization will become the norm. Broader, deeper online relationships with a larger constituent base will be common. Communications, marketing, fundraising, advocacy, volunteering, and service delivery will all see new tactics to take advantage of these virtual communities. The benefits will be substantive, making the nonprofit online initiatives more effective, less resource-intensive, or both.
Die NTEN’s Nonprofit Technology Conference 2010 findet im nächsten Jahr vom 8. bis 10. April in Atlanta statt.
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