Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Seit 1994 wird an diesem Tag auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam gemacht.
In den vergangenen 25 Jahren konnte sich die Pressefreiheit in immer mehr Ländern durchsetzen. Gab es 1984 in nur 23 Prozent der Staaten weltweit eine freie Presse, waren es im Jahr 2007 bereits 38 Prozent. Eine positive Bilanz, wie es scheint.
Allerdings kann seit nunmehr sieben Jahren beobachtet werden, dass dieser Trend angehalten und teilweise umgekehrt worden ist. So bescheinigt die Organisation Freedom for Press in ihrem aktuellen Bericht nur noch 36 Prozent der Staaten eine freie Presse. Italien, Israel und Hongkong wurden in die Kategorie “teilweiser Pressefreiheit” zurückgestuft.
Im Ranking der Pressefreiheit in 195 Staaten landet Deutschland auf Platz 18, die Schweiz auf Platz 11 und Österreich auf Platz 33. Die größte Pressefreiheit herrscht in Island, gefolgt von Finnland, Norwegen, Dänemark und Schweden. Italien liegt hinter Israel auf Platz 73. Auf dem letzten Platz landet Nordkorea.
Nach Angaben der World Association of Newspapers sind im vergangenen Jahr 70 Journalisten während ihrer Arbeit getötet worden. 673 Journalisten wurden wegen der Ausübung ihres Berufs verhaftet. Im Dezember letzten Jahres saßen 125 Journalisten weltweit im Gefängnis. Derzeit sind es 143.
In diesem Jahren wurden bereits 18 Journalisten getötet. Journalisten geraten immer schneller in die Schusslinie. So sind, nach Angaben von Reporters sans frontières, im Irak in sechs Jahren doppelt so viele Journalisten getötet worden (225) als in 20 Jahren Vietnam-Krieg von 1955 bis 1975 (102).
Die deutsche Sektion Reporter ohne Grenzen gibt es seit 15 Jahren. In der vergangenen Woche erhielt die Journalistenorganisation den Roland-Berger-Preis für Menschenrechte.
Zum diesjährigen Internationalen Tag der Pressefreiheit startete Reporter ohne Grenzen die Kampagne “Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar” mit einer Protestveranstaltung vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Die 40 größten “Feinde der Pressefreiheit” benennt Reporter ohne Grenzen auf einer gleichnamigen, heute veröffentlichten Liste.
Darunter sind nicht nur Regierungen, sondern auch paramilitärische und terroristische Gruppen, Rebellen und kriminelle Netzwerke. So stehen in Italien derzeit zehn Journalistinnen und Journalisten unter Polizeischutz, weil sie von mafiösen Gruppen bedroht werden.
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