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Grundeinkommen auf Abwegen

Die Grundeinkommen-Initiativen haben Besuch bekommen. Zum Beispiel die Initiative Grundeinkommen Ulm. Dort wurde Friedrich Schönbeck vorstellig. Er will sich in Ulm als Direktkandidat für den Bundestag bewerben. Dafür braucht er die Unterschriften von 200 Unterstützern. Friedrich Schönbeck ist Gründer der Bewegung Willi Weise.

Hinter der “Dach-Bewegung Willi Weise” steckt der im Februar 2005 gegründete, gemeinnützige Verein “Kuratorium Neue Demokratie” (Vereinsregister 24254Nz Amtsgericht Berlin). Vorstand ist - natürlich Friedrich Schönbeck. Am kommenden Sonntag veranstaltet das “Kuratorium Neue Demokratie” in der Stadthalle von Melsungen bei Kassel einen Bundeskongress.

Die Website von Willi Weise ist eingetragen auf Schönbecks Verlag Grünes Land unter seiner Privatadresse in Riedingen/Zwiefaltendorf in Baden-Württemberg. Im Impressum der Website steht eine Adresse im sächsischen Althirschstein.

Jobangebot Bundestagsabgeordneter

Der Name “Willi Weise” soll eine Wortschöpfung aus “Wille” und “Weisheit” sein. “Willi Weise ist eine patentrechtlich geschützte Marke”, heißt es auf der Website. Die Bewegung will unter dem Motto “Nichtwähler? – dann aber richtig” zur Bundestagswahl in allen 299 Wahlkreisen mit einem Direktkandidaten antreten. Dafür braucht jeder Kandidat jeweils 200 Unterschriften von Unterstützern aus dem Wahlkreis.

Auf der Website von Willi Weise werden dafür “Führungspersönlichkeiten als Bundestags-Abgeordnete” gesucht. Versprochen wird “freie Zeiteinteilung, sichere und überdurchschnittliche Bezahlung, steuerfreie Aufwandsentschädigung”.

Unterschreiben müssen die Bewerber die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die sie verpflichten “sich philosophisch strikt an an die sechs Punkte in unserem Grundsatzpapier” zu halten und “bei offiziellen Ereignissen ein weisses Oberteil (Hemd / Pullover / T-Shirt / Bluse…)” zu tragen. Zudem müssen sich die Kandidaten von Willi Weise schulen lassen. Umsonst gibt es diese Schulungen nicht.

Gesellschaft spielen mit Kaffeepause

Das in Ich-Form verfasste “3-Punkte-Programm” der Bewegung enthält eine Menge von Skurilitäten. Etwa die Forderung nach einem Bürgergutachten, das eine Art Gesellschaftsspiel mit Kaffepause zu sein scheint:

Damit das vorgegebene Thema im Bürgergutachten immer einfach und verständlich bleibt, wird es in 16 kleine Puzzleteile aufgegliedert und von uns – von dir und mir – Häppchenweise besprochen. 4 Häppchen pro Tag (zusammen sind das 16 Teilbereiche in vier Tagen). Immer mit Pausen dazwischen für Kaffee/Tee oder Mittagessen.

Die zweite Forderung ist das bedingungslose Grundeinkommen. “1.000 Euro im Monat für jeden, ob Baby oder Greis”, heißt es auf der Website. Der Euro heißt bei Willi Weise allerdings nur verächtlich “Imperial-Euro”.

Um die Idee des Grundeinkommens unters Volk zu bringen, werden in Jobbörsen “freiberufliche Mitarbeiter – Seminarleiter” gesucht. Bewerben kann man sich auch auf der Website von Willi Weise. “Ihr Einkommen baut auf einen nach oben erfreulich offenen lukrativen variablen Teil”, heißt es dort. Eine Bewerberin berichtet etwas anderes:

Die Unterlagen, die ich dann bekam, kann ich eher als Farce denn als Honorartätigkeit bezeichnen. Man schließt einen Vertrag, in dem man sich verpflichtet, selbstorganisiert auf eigene Kosten Seminare durchzuführen – der Eintritt, den man selbst festlegen kann, ist dann das Honorar. Auf der Veranstaltung darf man dann auch die Schriften des Verbandes verkaufen, die natürlich vorher kostenpflichtig erworben werden müssen.

Weltrettungspläne

Das Grundeinkommen als Köder und Geschäftemacherei? Entscheidender scheint der dritte  Programmpunkt zu sein, der unter der Überschrift “Willi Weise gibt unseren Kindern eine Chance” ein Sammelsurium von Weltrettungsplänen enthält. Denn “wenn wir da nicht grundsätzlich und konsequent neue Methoden einführen, gibt es Bürgerkrieg und Krieg. Es lief immer so bisher.”

Das Programm wie auch die “Bibliothek” der Website tragen unverkennbar die Handschrift von Friedrich Schönbeck. Die Bibliothek startet nicht von ungefähr mit dem Stichwort “Antisemitismus”. Denn Schönbeck weiß, wo der Feind lauert.

“420 Milliarden ‘Geldkosten’ fließen in Form von Zins (täglich sind das über eine Milliarde Euro) als gigantische Bestimmungsmacht jedes Jahr erneut wenigen Gelddynastien zu”, schreibt Schönbeck. Das Wort “Zinsknechtschaft” vermeidet er natürlich.

Im Hauptberuf ist der 72-Jährige Unternehmensberater und Leiter der “Hoheschule für creatives Mangement Ulm“. Der Name der Privatschule klinge auf den ersten Blick nach “Hochschule”, gibt Schönbeck zu, verdanke sich aber seiner Begeisterung für die “Hohe Schule des Reitens”. Schönbeck bezeichnet sich selbst als “Pionier für suggestopädisches Lehren und Lernen”.

Insofern ist auch die Vorliebe der Bewegung Willi Weise für Schulungen zu verstehen. Glaubt man den Referenzen auf der Website von Schönbecks Schule  haben die Deutsche Telekom, die Deutsche Bank und andere namhafte Unternehmen dort  bereits Verkaufs- und Führungstrainings besucht.

In göttlicher Mission

Otto Friedrich Schönbeck wurde 1937 in Aš (Tschechien) geboren. In seinem Pass sei auch der Name Friedrich von Aš eingetragen, so Schönbeck im Oktober 2007 in einem Interview auf der Website “Muslim Markt” (statt direktem Link: http://www.muslim-markt.de/interview/2007/as.htm). Er trage deshalb auch diesen Namen, um “stets daran [zu] erinnern, dass Millionen unschuldiger Menschen ihre Geburtsheimat verlassen mussten und müssen, weil irgendwelche Größenwahnsinnige – wie Hitler oder Bush – Kriege führen”.

“Muslim Markt” ist ein Forum für deutschsprachige Muslime, das in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten ist. Nach der Wahl in Iran hatte einer der Gründer des Forums, Yavuz Özoguz, die Rede Chameneis überschwenglich begrüßt. Das religiöse Oberhaupt des Irans hatte in der Rede den Vorwurf der Wahlfälschung zurückgewiesen. Auch im Forum von “Muslim-Markt” werden die Proteste in Iran als vom Westen gesteuert diffamiert und Ahmadinejad gefeiert.

Im Interview mit “Muslim-Markt” berichtet Schönbeck von einer göttlichen Eingebung. Ihm sei der 1974 erstmals erschienene Text “Grünes Land – Brich die Macht des Geldes” von einer höheren Macht diktiert worden. Der Text enthalte eine Reihe von Prophezeiungen. Und damit nicht genug:

Da ich genau am Todestag von Silvio Gesell – am 11. März – geboren bin – was ich als Zeichen Gottes erkenne – und da ich von Jugend an dessen Weg weitergehe, trage ich mit Begeisterung seine Intention in mir.

In dem Interview erzählt Schönbeck von weiteren “wundervollen Dingen”. Etwa von seiner “Freundschaft zum iranischen Volk”. Mehrmals sei er in Iran “als Staatsgast” und Freund des Vorsitzenden des Revolutionsrats und Obersten Richters, Seyyed Mohammed Hosseini Beheschti, empfangen worden. Behetschi kam 1981 bei einem Bombenanschlag ums Leben. “Die Intention des Märtyrers begleitet und beschützt mich seitdem”, sagt Schönbeck und zitiert fleißig den Koran.

Verschwörungsfantasien

Friedrich Schönbeck hat aber nicht nur Freunde. “Linke Irrläufer und bezahlte Helfer des Großen Geldes” sind auf Schönbeck wohl nicht so gut zu sprechen. Auch “gewisse einflussreiche Kreise, die Deutschland für immer unter Druck halten wollen” hat Schönbeck in seinem Kampf gegen die “Weltherrschaft” der amerikanischen Notenbank (FED) und deren “skrupellosen Finanzimperialismus” als Feinde ausgemacht.

Glaubt man Schönbeck, ist alles ganz einfach:

Ich will die Banknoten dem Gesetz des Schöpfers unterordnen, sie altern lassen, weil alle Dinge nach Gottes Willen vergänglich sind. Also muss das auch für das Geld gefordert werden, damit es ein fairer Diener der Arbeit ist. Erst dann werden wir und unsere Kinder staunend sehen, dass der Ewige unsere Heimstatt, den kleinen Blauen Planeten, als ein grandioses Paradies gedacht hat.

Wahrscheinlich ahnen die wenigsten der 19.837 Unterstützer der Willi Weise Bewegung – diese Zahl zeigt zumindest der Zähler auf der Website an - etwas von den skurillen Gedanken des Gründers. Allerdings würde auch schon ein Blick auf die Website reichen, um arge Zweifel an dieser Bewegung zu bekommen. Stattdessen wird, zum Beispiel im XING-Forum, ganz ernsthaft über Willi Weise diskutiert.

Abgrenzungsprobleme

Es bleibt nachzutragen, das die Initiative Grundeinkommen Ulm den Wunsch von Friedrich Schönbeck nach Unterstützung abgelehnt hat. Trotzdem zeigt das Beispiel der Willi Weise Bewegung, dass es den Grundeinkommen-Initiativen und dem Netzwerk Grundeinkommen bisher nicht gelungen ist, die Idee des Grundeinkommens in die Öffentlichkeit zu transportieren. So bleibt genügend Spielraum für Trittbrettfahrer, die Idee in ihr Gegenteil zu verkehren.

Vielleicht ist die Grundeinkommen-Bewegung aber auch angesichts der vielen plötzlich auftauchenden Trittbrettfahrer verstört. Die offene Diskussionskultur der Bewegung führt zu Abgrenzungsproblemen. Da erschienen in einem Newsletter einer Initiative etwa die Namen von “echten” Direktkandidaten wie Susanne Wiest (Greifswald),  Ralph Boes (Berlin) oder Peter Uthess (München) mit einem Link zur Website von Willi Weise. Oder der Name des Betreibers des unverdächtigen Forums Grundeinkommen gelangte auf die Unterstützerliste der Willi Weise Bewegung:

Es gab eine Kontaktaufnahme von zwei Willi Weise Leuten in Braunschweig, mit denen sich zwei vom Forum Grundeinkommen trafen. Es war damals ein einmaliges Treffen, mit der Frage einer eventuellen Zusammenarbeit. Diese haben wir abgelehnt, weil wir keine Gemeinsamkeiten gefunden haben und die zwei älteren Herren sehr autoritär und ungeduldig wirkten. Im Grunde sprachen sie die ganze Zeit von Deutschlands Souveränität, welche sie mit Willi Weise erreichen wollten, weil Deutschland keinen Friedensvertrag habe. Wir hielten diese Forderung der zwei Braunschweiger Willi Weise Leute nicht für repräsentativ für die Willi Weise Bewegung. Repräsentativ und unterstützenswert dagegen erschien uns, unterschiedliche Ideen von vielen Direktkandidaten in den Bundestag zu bringen.

Das Forum Grundeinkommen war ahnungslos über seine Unterstützerrolle. Inzwischen hat es die Betreiber der Willi Weise Website aufgefordert, den Namen aus der Liste zu streichen. Es reicht ein (falscher) Klick auf der Website, um plötzlich zum Unterstützer der Willi Weise Bewegung zu mutieren und auf die Unterstützerliste zu gelangen. Dort tummeln sich Namen aus der rechten Ecke. Auch der Name eines D4U-Mitglieds findet sich auf der Liste.

Nachtrag: Wo ist eigentlich die D4U-Partei geblieben?

Tatsächlich erinnern einige Inhalte (aber auch die Methode des Generierens von Unterstützern bzw.  von Parteimitgliedern) der Willi Weise Bewegung an die D4U-Partei, über die ich wegen ihres rechtsextremen Parteiprogramms mehrfach berichtet habe (hier und hier und hier und hier).

Mittlerweile hat sich die D4U auf einem am 21. Juni im Internet abgehaltenen “Online-Parteitag” in “Demokratische Bürgerbewegung!” (D-BÜ) umbenannt. Es soll auch ein “überarbeitetes” Parteiprogramm geben, das aber, ebenso wie der neue Webauftritt, noch nicht öffentlich gemacht worden ist. Die D-BÜ hat die Beteiligung an der Bundestagswahl zum 29. Juni angezeigt.

Allerdings scheint die D4U-Partei weiter zu bestehen. D4U-Parteigründer Holger Joseph Sonnenwald fand den “Online-Parteitag” wohl wenig lustig und hat in einem Newsletter an die Parteimitglieder von einer “Abspaltung” gesprochen. Sonnenwald hatte ein Amt in der Partei zwar abgelehnt, hält aber offenbar nach wie vor seine Hand auf der Mitgliederkartei.

Im Mitgliederforum der D-BÜ soll Parteichef Edgar Naujok davon gesprochen haben, dass Sonnenwald 24.000 Euro für die Mitgliederkartei verlangt habe. Dies habe der Parteivorstand abgelehnt. Laut Zähler auf der Website soll die D4U 1.474 Miglieder haben. Im Impressum der D4U-Website steht mittlerweile die Schweizer Adresse von Sonnenwald.

Update 3. Juli 2009:

Die Initiative Grundeinkommen Osnabrück hat unter dem Titel “Vorsicht vor Willi Weise” dem Gründer der Bewegung, Friedrich Schönbeck, einen Newsletter gewidmet. Das BGE-Portal hat daraufhin heute ebenfalls einen Artikel zu Willi Weise veröffentlicht: “Sekte oder Partei?

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  2. Trittbrettfahren beim Grundeinkommen
  3. Stimmenfang mit dem Grundeinkommen
  4. Grundeinkommen: Ein Lehrstück
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7 comments to Grundeinkommen auf Abwegen

  • Das ist beängstigend…

    Die Weißhemden kommen. Was ist das, eine Mischung aus Scientology, NSDAP und Get-Rich-Quick-Bauernfängerei?

    Finger weg!

  • Danke für die Informationen über den Willi-Weise-Initiator. Aber Friedrich Schönbeck ist weder Parteiführer noch Fraktionschef oder ähnliches. Seine persönlichen Ansichten finde ich (teilweise) interessant, bindend sind sie für niemanden, auch nicht für Willi-Weise-Direktkandidaten. Nur mal zur Erinnerung, weil wir es nicht mehr gewohnt sind: Jeder Bundestagsabgeordnete ist einzig und allein seinem Gewissen verpflichtet (es sei denn, der Fraktionschef gleich welcher Partei ist da anderer Meinung). Das würde auch für Willi Weise Direktmandate gelten.
    Die Direktkandidatenwahl ist eine elegante Umgehung des Parteien-Kartells und die Möglichkeit, Themen der Bürger wieder auf die politische Agenda zu setzen. Das Problem scheint mir ein anderes zu sein: wir finden mal wieder einen Feind auf unserer Seite und aktivieren sofort ein Selbstzerstörungsprogramm. Die anderen gewinnen, wir können weiter warten bis vielleicht jemand zuhört und endlos Diskussionen führen. Wir müssen keine Verantwortung übernehmen, die anderen sind schuld…. Mit der Idee von Willi Weise könnten wir erfolgreich werden, aber wollen wir das wirklich?

  • Die D4U besteht unter H.J.Sonnenwald weiter und wir (Demokratische Bürgerbewegung)Haben und werden uns weitehin vehement und offen von dieser Gruppierung distanzieren. Die D-BŰ hat somit in keinster Weise etwas damit zu tun, sondern besteht und handelt eigenständig.

    Da Parteiprogramm ist öffenlich und kann unter http://www.d-bue.de/index.php/uns/iprogramm.html eigesehen werden
    LG

    Andreas Grabczynski (Pressesprecher)

  • Zur Information:
    Die im Januar 2008 gegründete politische Vereinigung Grundeinkommen und Volksentscheide ist im Parteienverzeichnis des Bundeswahlleiters seit 2008 eingetragen.

    Friedhelm Wegner, Bundesvorsitzender

  • stefan

    Am wichtigsten wäre das Grundeinkommen sicher für Ärzte und Hausärzte — weil dann könnten diese endlich einmal NUR heilen, und müssten nicht GLEICHZEITIG auch noch Geld für ihren Unterhalt (ihres Körpers) verdienen. Die Patienten werden es den Ärzten danken!

    Die Zukunft liegt eben im “dis-linking” bzw. “ent-binden” bzw. “ent-koppeln” — und nicht mehr wie im Internet-Zeitalter im totalen “linking everything”.

    Auch für Kindersoldaten und Automanager wäre dieses “Entbinden” und “Erwachsenwerden” sehr wichtig:

    Denn dann müssten Kindersoldaten auch nicht mehr andere Körper im Auftrag von Diktatoren töten, NUR um für ihren Körper etwas Geld bzw. Nahrung zu haben. Diese Kindersoldaten könnten dann nur noch aus PURER Lust am Töten töten (UNABHÄNGIG von ihren eigenen körperlichen Bedürfnissen).

    Und: Automanager müssten auch nicht mehr Korruption betreiben, um ihre Millionen zu verdienen, NUR um für ihren Körper etwas Geld zu haben. Im Gegenteil: Automanager könnten dann endlich ihre endlose Gier nach Millionen UNABHÄNGIG von ihren körperlichen Bedürfnissen betreiben…

  • Ava Odoemena

    Hallo, ich bin über Telepolis und fünf weitere Ecken hier gelandet und wollte etwas zur verharmlosenden Rhetorik vom Vorkommentator Christian Vogt sagen:

    Der Argumentation dass die “Idee der Bündelung von Direktkandidaten eine elegante Lösung ist”, bin ich jetzt in der kurzen Zeit mehrmals begegnet. Verdrängen tut diese Argumentation, dass so eine “Verherdung” die Unabhängigkeit unterminiert und selbstverständlich auch als trojanisches Pferd von Organisationen mißbraucht werden kann, die mit demokratischen Werten nichts am Hut haben.

    Ich bin Unterstützerin des BG, und wenn ich die Vereinnahmungsversuche des Konzeptes von ein paar sozialdomianten Männern mit Territorialwünschen kritisiere, dann drücke ich mitnichten den *Selbst*zerstörungsknopf, sondern aktiviere meinen Verstand und somit eine gesunde Immunreaktion.

    Menschen die “Auftrag Gottes” oder sonstiger Fantasiekonstruktionen unterwegs sind, gehören nicht zu einem WIR zu dem ICH mich dazuzählen würde. Ich finde es bezeichnend und zugleich anmaßend dass Christian Vogt mit einem rhetorischen Taschenspielertrick legitime Kritik als Zerstörung diffamiert.

    Das Bedingungslose Grundeinkommen als Menschenrecht und somit ethische Grundhaltung ist zu wertvoll um von Trittbrettfahrern ausgesaugt zu werden, die mit ihrem Stör- u. Vereinnahmungsverhalten lediglich im Sinne der Gegner des BG agieren. Es muß durch die Initiativen darauf geachtet werden, dass das eigene Anliegen auf dem Radar von Leuten erschienen ist, denen es um andere Dinge geht. Eine deutliche Immunreaktion ist also mehr als angemessen.

  • [...] Der BLUE FLOWER BLOG distanziert sich von rechtspolitischen Machenschaften im linkspolitischen Gewand der WILLI WEISE BEWEGUNG. Eine Analyse dazu finden Sie hier: http://marx-blog.de/2009/07/grundeinkommen-auf-abwegen/ [...]