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Herr Felton schwört auf Lebensquantität

Es gibt Menschen, die schreiben Tagebücher. Und es gibt offenbar Menschen, die sich ihr Leben lieber in Zahlen vergegenwärtigen. Ende 2005 beschloss Nicholas Felton (auf Twitter und Flickr) eine Art Jahresbilanz seines Lebens zu veröffentlichen.  Wie viele Songs hatte er das Jahre über angehört? Wie viele Meilen war er geflogen? Wie viele Bücher hatte er gelesen? Und wie viele Fotos hatte er aufgenommen? Er aggregierte Hunderte solcher Daten und veröffentlichte seinen ersten “Feltron Geschäftsbericht” (das ‘r’ in ‘Feltron’ soll so was wie eine Pseudonymisierung andeuten).

Feltron Annual Report 2007

Im darauf folgenden Jahr ging Felton einen Schritt weiter und katalogisierte zusätzlich Restaurants, Getränke und die Arten von Fleisch, die er gegessen hatte. Der “Feltron Geschäftsbericht 2006” war die erste Version, die in gedruckter Form erschien. Die Designer von Swayspace ließen die Grenze zwischen Daten und Kunst verschwimmen. Es entstand ein ”poetischer Dunst von Informationen und gut durchdachten Geschichten”, wie die New York Times schreibt.

A proof of a page of the Feltron Annual Report and a very serious meeting in the background

Alle reden von Lebensqualität. Herr Felton schwört auf Lebensquantität. Von Jahr zu Jahr hat er seine Lebensbuchhaltung perfektioniert und ihr dabei jedes Mal eine neue Wendung gegeben. Mal verzeichnete er alle Straßen New Yorks, durch die er während eines Jahres gekommen war, das andere Mal alle Pflanzen, die ihm im Verlauf eines Jahres eingegangen waren.

Für seinen aktuell erschienenen ”2009 Geschäftsbericht” hat er einen neuen Weg der Datenerhebung gewählt. Er fragte alle Bekannten und Freunde via Online-Befragung nach den sozialen Erfahrungen mit ihm: Wie war er angezogen? Was hat er gegessen? Wirkte er glücklich oder traurig?  Exakt 51.445 Wörter kamen so zusammen, die Felton statistisch ausgewertet und in Grafiken visualisiert hat.

Feltron Annual Report 2009

Felton sieht in dem, was er tut, eine Art Tagebuchschreiben des 21. Jahrhunderts. Technologien wie der FitBit Tracker und Software auf dem Handy würden den Menschen in Zukunft helfen, die eigenen Aktivitäten nachzuverfolgen und zu reflektieren. Für diejenigen, die ihre eigenen Daten heute schon visualisieren wollen, hat Nicholas Felton zusammen mit Ryan Case Daytum ins Leben gerufen – ein Webwerkzeug, um eigene Alltagsdaten zu sammeln, zu kategorisieren und grafisch aufzubereiten.

Feltron annual Report 2009: Relationships

Aus dem: Feltron Geschäftsbericht 2009

Feltron Annual Report 2009: Food

Aus dem: Feltron Geschäftsbericht 2009

Feltron Annual Report 2009: Activities

Aus dem: Feltron Geschäftsbericht 2009

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