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Antisemitismus retweetet

Und noch ein kleines Lehrstück in Sachen Antisemitismus und soziale Medien.  Es sieht so aus, dass inzwischen auch Rivva mit antisemitischen Tweets infiziert ist:

Auf Twitter nachgeschaut, konnte ich rund 170 Retweets dieses Hitler zugeschriebenen, angeblichen Zitats* finden, auch von deutschen Twitterern. Dokumentiert habe ich diese Momentaufnahme auf Posterous.

In der vergangenen Woche wurde plötzlich viel über Antisemitismus auf Twitter und Facebook berichtet. Was mich allerdings fast noch mehr beunruhigt als die antsemitische Hetze, ist das Erstaunen darüber. Geahnt haben dürfte das doch wohl jeder. Aber offensichtlich wollte man es bisher lieber nicht so genau wissen.

Ich finde es auch bemerkenswert, dass bis gestern offenbar niemand wusste, wie Henning Mankell zu Israel steht. Oder besser gesagt: eben nicht zu Israel steht, sondern dessen Untergang herbeifantasiert. Claudio Casula hat das unter dem Titel “Wirre Gedanken eines alten Schweden” schön illustriert. (Falls auf einem der nächsten Bootsausflüge Mankells Kollege Jostein Gaarder auftauchen sollte, hier die Israelnegation des Autors von “Sophies Welt”.)

Und auch der sich selbst als Völkerrechtler bezeichnende Norman Paech, der in den Medien derzeit unkommentiert als Zeuge der Anklage gegen Israel auftreten darf, ist in der Vergangenheit eher durch solche (selbst in der  Israel nicht unbedingt zugeneigten eigenen Partei Die Linke umstrittenen) Äußerungen aufgefallen:

In der Tat kennt das Völkerrecht den Begriff eines Existenzrechts nicht. Dennoch halte ich die Anerkennung des Existenzrechts Israels politisch aufgrund der deutschen Geschichte für notwendig. Israel muss aber auch sagen, was genau anerkannt werden soll, welches Territorium in welchen Grenzen. (Quelle, siehe auch diesen Stern-Bericht)

Dafür scheint der “Völkerrechtler” Paech nicht das San Remo Manual zu kennen und sagt immer wieder sein Sprüchlein von der Völkerrechtswidrigkeit der israelischen Militäraktion auf. Aber so einfach ist das Völkerrecht nun auch wieder nicht gestrickt. Aber das ist eine andere Geschichte.

*     Ob das ein Zitat ist und wo es her stammen soll, weiß ich nicht. In den Tischgesprächen Rauschnings mit Hitler findet sich folgende Passage, die einen Einblick in Hitlers Antisemitismus bietet: Darin bezeichnet Hitler den Antisemitismus als „ein gutes revolutionäres Hilfsmittel“. Denn ist „erst einmal dem Grundsatz der Rasse durch die besondere Bloßstellung der Juden Einlass verschafft, dann folgt alles andere sehr schnell. Schritt für Schritt ist man dann gezwungen, die politische und wirtschaftliche Ordnung abzutragen und sich den neuen Ideen der biologischen Politik zu nähern.“ Rauschning fragt, “ob das etwa bedeute, dass der Jude überhaupt vernichtet werden solle. ‚Nein‘, erwiderte Hitler. ‚Dann müssten wir ihn erfinden. Man braucht einen sichtbaren Feind, nicht bloß einen unsichtbaren.‘ [...] ‚Der Jude sitzt immer in uns. Aber es ist leichter ihn in leiblicher Gestalt zu bekämpfen, als den unsichtbaren Dämon.‘“

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1 comment to Antisemitismus retweetet

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