Die einen sagen, Glaube versetze Berge. Die anderen behaupten, Glaube sei Tabakqualm für das Volk (oder so ähnlich). Dazwischen liegt diese ganzseitige Camel-Werbung aus jener guten alten Zeit von vor 60 Jahren als Ärzte Ihren Patienten noch das Rauchen empfahlen (hier und hier). Heute weiß natürlich jeder Raucher, dass er kürzer lebt. Nur glaubt er das nicht. Und das ist das Problem. Man nennt es Abhängigkeit. Raucher sind von Zigaretten in etwa so abhängig wie der Staat von der Tabaksteuer.
Die bescherte dem Staat letztes Jahr 14,3 Milliarden Euro (zuzüglich der Mehrwertssteuer) und soll jetzt wieder mal angehoben werden. Gerne machen Politiker dabei das Volk glauben, das wäre eine Wohltat und würde Menschenleben retten. Das ist aber ein Irrglaube. Genauso der Aberglaube, eine nikotinfreie Gesellschaft würde preiswerter sein. Das Gegenteil ist der Fall. Raucher entlasten Kranken- und Rentenversicherungen.
Raucher nehmen sich öfters das Leben, kommen öfters unters Auto und werden öfters ermordet. Etwa die Hälfte der statistisch eingebüßten 8,3 Lebensjahre von Rauchern (bei 40 Jahren 20 Zigaretten am Tag, was sich zu 292.000 Zigaretten bzw. 13.905 Standard-Zigarettenschachteln im Wert von 69.525 Euro summiert, wovon 53.325 Euro Steuern an den Staat fließen) gehen nicht auf das Konto des Zigarettenqualms, hat der Dortmunder Statistiker Walter Krämer ausgerechnet.
Es sind vielmehr auch Lebensumstände und Persönlichkeitsmerkmale von Rauchern, die das Leben verkürzen. Bringt aber der Zigarettenqualm einen Raucher um – und das passiert in Deutschland 100.000 Mal im Jahr bzw. 300 Mal am Tag -, dann ist die letzte Krankenhausrechnung vergleichsweise preiswert gegenüber der von vor Gesundheit strotzenden Altgewordenen. Das klingt zynisch, ist aber auch nicht zynischer als diese Zigarettenwerbung.
Verwandte Einträge












Letzte Kommentare