Heute morgen um 8:20 Uhr war Ronnie Lee Gardner tot, kurz nach Mitternacht Ortszeit erschossen von einem Exekutionskommando im US-Bundesstaat Utah. Die dritte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando (Gary Mark Gillmore 1977 und John Albert Taylor 1996 wurden ebenfalls in Utah erschossen, mehr zur Geschichte der Todesstrafe in Utah hier) seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 hatte Schlagzeilen gemacht.
Wieder mal entbrannte eine groteske Diskussion um die “humanste” Hinrichtungsart. Aber auch kritische Stimmen wurden laut. Die Todesstrafe in den USA ist längst nicht mehr so unumstritten, wie es der jüngste Rasmussen Report glauben macht. Danach sprechen sich 62 Prozent der US-Amerikaner für die Todesstrafe aus, aber nur 23 Prozent dagegen. Es ist aber vor allem das Kostenargument, das den Befürwortern der Todesstrafe zu schaffen macht und vielleicht ein Ende der Todesstrafe auch in den USA einläuten könnte.
BILD würde das sicherlich bedauern. Das Blatt war sich nicht zu schade, die Hinrichtung Gardners zu benutzen, um das zu artikulieren, was BILD wohl unter einem “gesunden Volksempfinden” versteht (“Jetzt winselt er um Gnade“).
Das traurig-schaurige Schauspiel um die staatliche Tötung eines Menschen fand heute morgen dann auf Twitter seinen Höhepunkt: Der Generalstaatsanwalt von Utah, Mark Shurtleff, twitterte seinen Exekutionsbefehl. @LukeInTH erfand dafür einen neuen Hashtag: #twttrexecution. Und ein anderer Twitter klatschte dem Staatsanwalt Beifall:
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