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Hundstage. Von der Schwierigkeit, in der Hitze Fassung zu bewahren

Hundstage. Spielfilm von Ulrich Seidl

Was fällt einem bei 35 Grad noch ein? Die Hundstage. Gut, eigentlich stehen die heißen Hundstage erst ab dem 23. Juli ins Haus. Aber schon jetzt wird vor Hitze allerorten wortreich gestorben. Zum Beispiel auf Twitter. (Nur zur Erinnerung: Noch vor drei Wochen haben die Möchtegern-Hitzetoten von heute vor Kälte lautstark gebibbert.)

Hundstage heißt auch ein Film des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl. Und Seidls erster Spielfilm von 2001 kam mir in den Sinn, als  ich vorhin einer Gruppe in die Prärie verlaufener Touristen  begegnet bin, die – kurzbehost, unBHt und bauchfrei – eindrucksvoll demonstrierten, wie viel schwieriger es einem die Hitze macht, Fassung zu bewahren. Der Körper schwitzt und fließt und mit ihm die Grenzen der Zivilisation. Und davon erzählt Ulrich Seidl in seinem Film Hundstage.

Seidls Filme sind nun alles andere als familienfreundliche Samstagabendunterhaltung.  Sie zeigen all das, was man eigentlich nie wissen wollte. Und was nur schwer auszuhalten ist. Seidls Dokumentationen, etwa Die letzten Männer (1994) oder Tierische Liebe (1995), und seine beiden Spielfime Hundstage und Import Export (2007) erzählen von der Hölle, die Menschen einander bereiten können, von abgründigen Einsamkeiten und Obsessionen, aber vor allem vom “Schrei nach Liebe” – wie Seidl es nennt -, von der Sehnsucht nach Liebe und Glück und von der Unfähigkeit, diese Sehnsucht einzulösen. Dabei geht es Seidl weniger um das ganz normale Elend und die alltägliche Gewalt, als viel mehr um den Zusammenhang zwischen dem, was uns kaputt macht, und dem, was wir kaputt machen.

Seidl, der sich Thomas Bernhard nahe fühlt, wird immer wieder als “zynischer Sozialpornograph” beschimpft, weil er mit seinen Filmen dort anfängt, wo Soziologen meist aufhören (und sich lieber der beruhigenden Wirkung von Sozialstatistiken hingeben). Seidl kontert denn auch: “Was soll die Aufregung? So ist doch die Wirklichkeit.”

Glücklicher ist natürlich derjenige, der Seidls Filme und die Wirklichkeit nicht kennt.

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1 comment to Hundstage. Von der Schwierigkeit, in der Hitze Fassung zu bewahren

  • Mein Hund tut sich auch sehr schwer bei der Flüßigkeitsaufnahme. Normalerweise bekommt sie nur Trockenfutter. An Hitzetagen geben wir ihr auch Dosenfleisch – Natürlich bekommt er auch eine mit wasser hingestellt.

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